Wirtschaftlichkeitsanalyse mit der InEK-Matrix (für Einsteiger)

Viele wissen es schon, manche aber noch nicht. Daher habe ich mich entschlossen, in einem kleinen Blog die Analyse-Möglichkeiten mit Hilfe der InEK-Kalkulationsmatrix zu beschreiben. Vorweg, das InEK ist die „Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus GmbH“ und wurde 2001 von Spitzenverbänden der gesetzlichen und privaten Krankenkassen gemeinsam mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft ins Leben gerufen. Die heutige Aufgabe des InEK besteht darin, das DRG-Fallpauschalensystem kontinuierlich weiterzuentwickeln, zutreffender zu machen und die Fallpauschalen jeweils an die aktuell in Krankenhäusern anfallenden Durchschnittskosten anzupassen. Dazu bedient sich das InEK der Informationen, die es von den sogenannten Kalkulationskrankenhäusern zur Verfügung gestellt bekommt. Diese Krankenhäuser ermitteln für jeden einzelnen Fall die damit verbunden Kosten, unterteilt nach Kostenarten und Kostenstellen. Das Ergebnis übermitteln sie regelmäßig an das InEK, so dass dieses eine fundierte Grundlage für die Kalkulation der Fallpauschalen gewinnt. Dabei findet die in Abbildung 1 gewählte Untergliederung Anwendung (siehe unten).

Abb. 1:Kostenstellen und Kostenarten der InEK-Kalkulationsmatrix

Aus den Daten, die die Kalkulationshäuser übermitteln, errechnet das InEK für jede DRG die durchschnittlichen Kosten und setzt das jeweilige Relativgewicht fest. Liegen die durchschnittlichen Kosten bei 3.000 Euro, wird das InEK das Relativgewicht auf ungefähr 1,0 festsetzen, ansonsten proportional höher oder niedriger.

Besonders interessant ist, dass das InEK auch die Verteilung der Kostenkomponenten auf die Kostenstellen und Kostenarten veröffentlicht! In Abbildung 2 (Vergrößerung durch Klick auf die Tabelle) ist zu sehen, wie sich die Kosten für die DRG D12B (Andere Eingriffe an Ohr, Nase, Mund und Hals) verteilen. Bei diesem Eingriff, der mit 2.445 € pro Fall vergütet ist, sind zum Beispiel 174 € für die Kosten des Operateurs, 155 € für die Anästhesie und 382 € für die Pflege auf Normalstation kalkuliert. Ferner werden 86 € für Labordiagnostik veranschlagt, davon 40 € für die Personalkosten, 26 € für die Sachkosten und 31 € für die Infrastruktur.

Abb. 2: InEK-Matrix für die DRG D12B (Andere Eingriffe an Ohr, Nase, Mund und Hals)

So kann man also für jede einzelne DRG erkennen, welche Kosten in welchem Bereich durchschnittlich anfallen und dementsprechend über die DRG vergütet werden. Gliedert man nun die eigenen Kosten auf die entsprechenden Kostenstellen und Kostenarten auf und stellt sie den DRG-Normkosten gegenüber, kann man sehr genau sehen, in welchen Bereichen die eigenen Kosten über die DRG gedeckt sind und in welchen Bereichen nicht.

Eine solche Aufschlüsselung der eigenen Kosten für eine einzelne DRG vorzunehmen, ist freilich höchst aufwendig und gelingt nur den allerwenigsten Krankenhäusern. In den meisten Fällen ist das aber auch gar nicht notwendig. Sehr einfach ist es, sich mit Hilfe der InEK-Matrix auf Gesamtkrankenhausebene einen Überblick zu verschaffen. Eine Aufschlüsselung nach den einzelnen Fachabteilungen ist auch mit überschaubarem Aufwand möglich. Wie kompliziert die Abteilungsbetrachtung ist, hängt dabei vor allem von der Zahl der hausinternen Verlegungen ab.

Um ein detailliertes Gesamtbild der Wirtschaftlichkeit zu erhalten, sind letztlich auch noch diejenigen Kosten und Erlöse zu betrachten, die nicht über die DRG-Matrix abgebildet sind. Darunter fallen zum Beispiel Zusatzentgelte und ambulanten Erlöse ebenso wie Privaterlöse und nicht-medizinische Erlöse (z.B. Cafeteria). Auf der anderen Seite müssen Kostenpositionen wie zum Beispiel Abschreibungen, Zinsen und Ertragsteuern nachträglich hinzugerechnet werden.

Um diese Berechnungen einfach durchzuführen und die Ergebnisse übersichtlich darstellen zu können, haben wir bereits vor mehreren Jahren ein Kalkulationsinstrument erstellt, das wir sukzessive verfeinert und verbessert haben. Damit gelingt eine sehr belastbare Analyse der Kosten- und Erlössituation mit einer treffsicheren Identifikation von Handlungsfeldern.

Für eine detailgenaue Analyse ist es sicherlich sinnvoll, sich die Unterstützung einer spezialisierten Unternehmensberatung zu sichern. Eine erste Analyse können Sie aber auch selbst hinbekommen: Fangen Sie auf Ebene des Gesamthauses an und stellen Sie zunächst nur einmal die Personalkosten gegenüber. Das ist relativ unkompliziert und bringt Ihnen schon erste, wirklich interessante Ergebnisse. Viel Spaß beim Rechnen!

Hier geht es übrigens zum zweiten Teil: Überlegungen zu den InEK-Matrizen für Fortgeschrittene

Und sollten Sie Unterstützung für detaillierte Analysen benötigen, dann informieren Sie sich über unser Leistungsangebot zur Wirtschaftlichkeitsberatung.

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