Die Logik moderner Stationsorganisation

Um die zunehmende Arbeitsverdichtung mit einem wirtschaftlich vertretbarem Ressourceneinsatz bewältigen zu können, sind Stationen heute stärker als früher berufsgruppenbezogen organisiert. Ein Grund hierfür ist die Etablierung neuer Aufgabenfelder – wie z. B. Case Manager, Kodierfachkräfte, Stationssekretärinnen, Servicekräfte. Die stärkere Arbeitsteilung geht mit einer wachsenden Verantwortungserosion einher. Der Oberarzt fühlt sich für seine Stationsärzte, die Stationsleitung für ihre Pflegekräfte und die Leitung Medizincontrolling ggf. für den Case Manager und die Kodierfachkräfte zuständig. Die Folgen sind täglich zu spüren: Da der übergreifende Stationsablauf zunehmend aus dem Blick geraten ist, kommt es an den Schnittstellen zwischen den Berufsgruppen zu Konflikten, Informationsdefiziten und Verschwendung wertvoller Ressourcen. Für die Mitarbeiter bedeutet dies nicht selten unnötige Überstunden; die Patienten leiden unter oft improvisierten Behandlungsabläufen.

Um das Problem in den Griff bekommen zu können, müssen Stationen heute nach einer vollkommen neuen Logik organisiert werden – wir nennen diese Stationskonzept. Unser Stationskonzept basiert auf der Annahme, dass eine Station nur durch die Ausrichtung aller Akteure auf die Erreichung definierter Tagesziele (z. B. Abschluss aller Entlassungen bis 10.00 Uhr) effizient geführt werden kann. Das Herzstück eines Stationskonzeptes ist dementsprechend ein Tagesablaufplan, der die täglich anfallenden Aufgaben so auf die Mitarbeiter verteilt, dass die Erreichung der Tagesziele garantiert werden kann.

Tagesablaufplan als zentrales Element eines Stationskonzepts

Was im Ergebnis recht einfach aussieht, ist in der Praxis hart erarbeitet. Zur Abstimmung der Tagesziele und während der zielorientierten (Neu-)Verteilung der anfallenden Aufgaben sind zwischen den Akteuren vielfältige Konflikte zu lösen. Hat man sich auf das Stationskonzept geeinigt, dann muss die Umsetzung eng begleitet und datengestützt evaluiert werden, um die Beteiligten vom Nutzen der neuen Organisationslogik zu überzeugen – alles Aufgaben, die durch einen neutralen Experten am besten gelöst werden können.

Die Effekte der Stationskonzepte sind überzeugend: Nach einer ca. dreimonatigen Umsetzungsphase erreichen die Stationen ihre Tagesziele mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen 85% und 95%. Für die Patienten und Mitarbeiter bedeutet dies, dass die meisten Tage in einem organisierten – und damit ruhigen – Rahmen ablaufen. Die Überstunden sinken signifikant. Die Stationskonzepte verbessern damit die Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit und gleichzeitig die betriebswirtschaftliche Performance einer Station. Grund genug, mit Hilfe dieser Organisationslogik weitere Stationen zu optimieren.


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Autor: Nico Kasper
 – 13:53 Uhr

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