QS-Reha – Pflicht in der ambulanten Rehabilitation und für Vater/Mutter-Kind-Kuren

Das zentrale Qualitätssicherungsverfahren der Krankenkassen wird 2015 auf ambulante Einrichtungen ausgeweitet – es richtet sich zunächst auf die Indikationen muskulo-skeletale Erkrankungen, Kardiologie und Abhängigkeitserkrankungen. Hinzu kommen die stationären Vater/Mutter-Kind-Einrichtungen. Geriatrische Einrichtungen nehmen künftig in erweiterter Form am Verfahren teil. Dies betrifft hier sowohl die ambulante als auch stationäre Rehabilitation. Bisher wurde das Verfahren nur in einer reduzierten Form angewandt, künftig sollen auch das Rehabilitationsergebnis und die Rehabilitandenzufriedenheit ermittelt werden.

Wir empfehlen den betroffenen Einrichtungen zügig mit den Vorbereitungen zu beginnen. Insbesondere die Strukturen der Einrichtung sollten überprüft werden. Jetzt ist noch ausreichend Zeit um allfällige Defizite zu korrigieren – mit dem Ziel bei der Erhebung ein wahrheitsgemäßes und positives Gesamtbild zu liefern. Außerdem sollte das Vorgehen für die Patientenbefragung geplant werden.

Betroffen sind Kliniken und Fachabteilungen, bei denen die GKV Hauptbeleger ist. Die Erhebung basiert auf einem Fragebogensystem aus drei Bereichen: (1) der Ausstattung der Einrichtung (Einrichtungsstruktur), (2) dem Behandlungserfolg und (3) der Patientenzufriedenheit.

Die zunächst durchzuführende Selbstbeschreibung der Einrichtung erscheint auf den ersten Blick rasch erledigt. Dennoch berichtete das mit der Überprüfung der Meldungen betraute Institut BQS auf dem diesjährigen Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium in Karlsruhe von teilweise erheblichen Abweichungen der Meldungen von den Ergebnissen der stichprobenhaften Prüfung. Dabei stellen sich Einrichtungen nicht nur unzutreffend positiv dar, in einer ebenso großen Zahl von Abweichungen werden abgefragte Potenziale der Einrichtung nicht gemeldet. Hier lohnt es sich also, bei der Erhebung sorgfältig vorzugehen und die vorhandenen Potenziale vollständig zu berichten. Außerdem sollte frühzeitig – jetzt – damit begonnen werden, die Strukturen der Einrichtung entsprechend anzupassen und sich mit den Anforderungen vertraut zu machen.

Eine zeitaufwendige Aufgabe ist die laufende Erhebung der vorgegebenen patientenbezogenen Fragebögen. Durch den Arzt sind hier verschiedene personenbezogene Assessments durchzuführen. Auch wenn die Erhebungsphase in der Regel nur drei Monate umfasst – das Vorgehen sollte stringent in die Prozessabläufe integriert werden. Im bisherigen Verfahren ist ein Rücklauf von etwa hundert Fragebögen als Ziel angegeben. Eine gute Planung unterstützt den vollständigen Fragebogenrücklauf und schont damit die internen Ressourcen. Ein niedriger Rücklauf in der Patientenbefragung macht z. B. die vorab ärztlich ausgefüllten Fragebögen unbrauchbar. Gute Planung schont hier Ressourcen!

Wie bei vielen Fragebogenerhebungen beginnt die Erhebungsphase erfahrungsgemäß gefühlt eher harmlos, spätestens bei der nachlaufenden Zufriedenheitsbefragung der Patienten kommen die vorgesehenen Ressourcen aber ins Schleudern. Hier steigt der organisatorische Aufwand rasch an. Einen zufriedenstellenden Rücklauf in der Geriatrie zu erreichen ist zudem eine besondere Herausforderung.

Für Rehabilitationseinrichtungen und Einrichtungen für Vater/Mutter-Kind-Kuren erwarten wir in erster Linie organisatorische Herausforderungen. Erfahrungsgemäß steht die Prozessgestaltung in vielen solchen Einrichtungen noch am Anfang. Die Vorbereitung auf QS-Reha bietet hier einen guten Anlass, bestehende Dokumentations- und Befragungsprozesse kritisch zu hinterfragen und rationell aufzustellen.

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