„Es geht um den Menschen, um dich, um mich, um alle.“* – Bericht vom Deutschen Pflegetag in Berlin

Organisiert vom Deutschen Pflegerat, dem AOK-Bundesverband, dem GKV-Spitzenverband, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und von Springer Medizin fand vom 23. bis 25. Januar der 1. Deutsche Pflegetag in Berlin statt. Mehr als 1.500 Teilnehmer aus der Pflege, der Politik, der Gesundheitswirtschaft und der Gruppe der pflegenden Angehörigen diskutierten pflegepraktische, gesundheits- und berufspolitische sowie ökonomische und rechtliche Fragen. Insbesondere das Interesse der Politik war groß. Zwar wurde die Eröffnungsrede von Kanzlerin Angela Merkel gesundheitsbedingt abgesagt, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe – der die Kongresseröffnung an Stelle der Kanzlerin übernahm, Franz Müntefering, der ehemalige Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit Dr. Heiner Geißler sowie der Pflegebeauftragte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann sorgten aber für eine starke politische Präsenz.

Von Seiten der Pflege eröffnete Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates, den Kongress. Er betonte die wachsende Bedeutung der Berufsgruppe für eine alternde Gesellschaft und bot dem Bundesgesundheitsminister eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe für die kommende Legislaturperiode an. Als Schwerpunkte der Arbeit nannte er ein neues Berufsgesetz Pflege, die Sicherstellung der Finanzierung für eine qualifizierte Ausbildung sowie eine verlässliche Grundlage zur Personalfinanzierung in den Gesundheitseinrichtungen.

„Gute Pflegequalität braucht Zeit“ und damit Personal stimmte der Bundesgesundheitsminister Gröhe dem Präsidenten des Deutschen Pflegerats zu und versprach zusätzliche 6 Mrd. Euro für den Bereich der Pflege, den Ausbau einer einheitlichen Berufsausbildung, eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die abschließende Definition des lang diskutierten Pflegebedürftigkeitsbegriffs sowie den Aufbau eines Versorgungsfonds, um v.a. geburtenstarke Jahrgänge abzufangen. Im Bewusstsein, dass Pflege nicht nur in Gesundheitseinrichtungen nötig ist und stattfindet, ging er insbesondere auf pflegende Angehörige, deren tägliche Leistung und dem daraus resultierenden Anspruch auf gute Arbeitsbedingungen ein. Des Weiteren forderte er die Länder dazu auf, auf Personaleinsparungen zu verzichten und angemessene Investitionen in das Gesundheitswesen zu gewährleisten.

Ein weiterer Politiker schloss sich dem Wunsch nach Veränderungen an: Dr. Heiner Geißler. Zwischen Ernsthaftigkeit und Ironie referierte er zum Thema „Ethik statt Monetik“. Er brachte die Teilnehmer durch Thesen wie z. B. der Sicht auf Kranke als immenser Kostenfaktor für die Gesellschaft, die eben deshalb von dieser ausgegrenzt und diskriminiert würden, wie es in der Vergangenheit vor allem Andersdenkende erfahren mussten, zum nachdenken. Heiner Geißler bezweifelte, ob es genug ist, einen pflegebedürftigen Menschen innerhalb von 15 Minuten zu waschen, aber aufgrund der Kürze der Zeit auf Gespräche und Zuhören verzichten zu müssen. Er ermutigte die Pflegenden zu streiten und ggf. zu streiken, um den Interessen der Patienten und der eigenen Berufsgruppe Gehör zu verschaffen.

Am Abend des ersten Kongresstages war die Verleihung des Pflegemanagement-Awards 2014 durch den Bundesverband Pflegemanagement ein weiteres Highlight. Als Hauptsponsor gratulierte ZeQ-Vorstand Rüdiger Herbold den fünf Kandidaten zu ihrer herausragenden Leistung und ihrem besonderen Engagement im Bereich Pflegemanagement. Von den zahlreichen Nominierungen kreativer junger Führungskräfte zählten vier Damen und ein Herr zu den Gewinnern. Den ersten Platz belegte Kathrin Lipp, Pflegedienstleiterin aus dem Universitätsklinikum Regensburg, den zweiten Lars Lipkowski, pflegerische Abteilungsleitung in den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen. Den dritten Platz teilten sich aufgrund herausragender Leistungen gleich drei junge Frauen: Saskia Beißer (Stationsleitung, Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm gGmbH), Dorothea Fuchs (Pflegeleiterin, Evangelisches Krankenhaus Hubertus, Berlin) und Katja Stuschka (Pflegerische Zentrumsleitung, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf).

Einen weiteren Beitrag zum 1. Deutschen Pflegetag leistete ZeQ mit dem Workshop „Neues von den Stationsoptimierern – Lösungen für die täglichen Konflikte“. Unter Moderation von Marie-Luise Müller, Ehrenpräsidentin des Deutschen Pflegerates, stellten Max Korff, Dagmar Rode und Rüdiger Herbold die von ZeQ entwickelten Instrumente Stationskonzept und fallsteuernde Pflege vor. Rüdiger Herbold verknüpfte in seinem Vortrag die beiden Konzepte mit der Möglichkeit zur datengestützten Stationsoptimierung anhand der LEP- und ePA-CC-Daten.

Der Deutsche Pflegetag hat sich als würdiges Forum für die größte Berufsgruppe im deutschen Gesundheitswesen erwiesen. ZeQ freut sich bereits heute darauf, auch 2015 wieder Teil des Kongresses und Hauptsponsor des Pflegemanagement-Awards zu sein. Zudem bedanken wir uns bei allen Besuchern unseres Workshops sowie unseres Messestandes für die spannenden Diskussionen und den offenen Gedankenaustausch.

* Andreas Westerfellhaus, Präsident Deutscher Pflegerat

v.l.n.r. Katja Stuschka, Dorothea Fuchs, Peter Bechtel (Vorstand Bundesverband Pflegemanagement), Kathrin Lipp, Rüdiger Herbold (Vorstand ZeQ), Lars Lipkowski, Saskia Beißer

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