EndoProthetikZentren - weitere Projekterkenntnisse

31.12.2013 - Immer wieder wird dieses Datum mit der Zertifizierung zum EndoProthetikZentrum (EPZ) in Verbindung gebracht. Bis zur Antragstellung einer Zertifizierung sind es ab heute nur noch knapp 4 Monate für die Einrichtungen, die keinen Hauptoperateur mit der Zusatzqualifikation „Spezielle Orthopädische Chirurgie“ stellen können. Zwar ist zwischen der Antragstellung und dem eigentlichen Audit noch eine Frist von 6 Monaten eingeräumt, so dass eine Auditierung noch bis zum 30.06.2014 möglich ist, dennoch dauert es seine Zeit, zunächst die Anforderungen der EndoCert zu erfüllen und diese auch im Zentrum nachweislich umzusetzen. Erfahrungsgemäß werden je nach den etablierten QM-Strukturen und der bereits erfüllten Anforderungen ca- 6-9 Monate für die Zertifizierung benötigt.

In unseren Projekten machen wir die Erfahrung, dass nicht alle Anforderungen im Erhebungsbogen richtig verstanden werden bzw. missverständlich beschrieben sind. Auf einzelne Punkte möchte ich im Folgenden hinweisen:

1. Fallzahlen

Gezählt werden alle Knie- und Hüft-TEP-Fälle. In dieser Berechnung können auch Notfalleingriffe berücksichtigt werden, sofern diese einen kleineren Teil (also weniger als 55%) der Endoprothetik im Klinikum ausmachen und die gleichen Qualitätsstandards, die für die elektiven Eingriffe gültig sind, umgesetzt werden.

ZeQ-Empfehlung

Wir empfehlen hier, die Gesamtleistungszahlen nicht nur nach Hüft- und Knie-TEP, sondern auch nach Elektiv- und Notfalleingriffen zu unterscheiden. Diese Differenzierung sollte ebenfalls für die Fallzahlen der Hauptoperateure durchgeführt werden.

2. Kooperation mit einem EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung

Wichtig ist, dass das Zentrum die Durchführung von schwerwiegenden Wechseleingriffe und/ oder Komplikationen sicherstellt. Das bedeutet, kann eine solche Behandlung nicht in der Einrichtung selbst durchgeführt werden bzw. werden solche Eingriffe nicht regelmäßig am Zentrum durchgeführt, ist eine Kooperation mit einem Zentrum der Maximalversorgung notwendig.

ZeQ-Empfehlung

Insbesondere für Einrichtungen, in deren Umkreis (noch) kein Zentrum der Maximalversorgung zertifiziert ist, scheint die Umsetzung der Anforderung schwierig zu realisieren. Ein erster Schritt ist es, zunächst einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu finden, der Wechseleingriffe regelmäßig durchführt und besonders bei Komplikationen unterstützen kann. Langfristig sollte aber in jedem Fall das Ziel verfolgt werden, mit einem Zentrum der Maximalversorgung zu kooperieren.

3. Qualitätskennzahlen

Für die Zertifizierung sind verschiedene Kennzahlen zu erheben. Diese werden zum Teil bereits im Rahmen der externen Qualitätssicherung erfasst, gehen aber stellenweise darüber hinaus. Für zertifizierungswillige Einrichtungen bedeutet das, die aktuelle Erfassung von Qualitätsindikatoren zu erweitern.        

ZeQ-Empfehlung

Um einen zusätzlichen Dokumentationsaufwand für die Erfassung der Qualitätsindikatoren einzuschränken, ist diese idealerweise EDV-basiert durchzuführen. Hierzu sind von verschiedenen Softwareherstellern bereits Lösungen auf dem Markt verfügbar. Eine elektronische Erhebung ist aber keine Verpflichtung. Anfangs können die Indikatoren auch händisch zum Beispiel in einer Excel-Liste gesammelt werden.

4. Studien

Alle Zentren müssen an Studien zur Endoprothetik teilnehmen. EndoProthetikZentren der Maximalversorgung müssen Studien sogar initiieren. Dies ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen der Zertifizierung als Maximal- und Normalversorger. So ist zumindest der aktuelle Stand.

ZeQ-Empfehlung

Auf Grundlage der aktuellen Anforderungen aus dem Erhebungsbogen ist als Normalversorger zu versuchen sich an Studien zum Beispiel bei anderen Maximalversorgern zu beteiligen. Für Maximalversorger sind die Studien strukturiert zu planen. Hierzu sind bis zur Erstzertifizierung ein Studiendesign mit einer Ablaufplanung vorzulegen und Studienverantwortliche zu benennen. Darüber hinaus ist die Studie durch die Ethikkommission freizugeben.

5. Befragungen

Für die Zertifizierung sind Einweiser- und Patientenbefragungen durchzuführen. Allgemeine Befragungen aus dem Gesamthaus sind bzgl. der Patientenbefragung nicht ausreichend, da die Ergebnisse speziell für EndoProthetik-Patienten ausgewertet werden müssen.

ZeQ-Empfehlung

Für die Einweiserbefragung ist sowohl eine schriftliche Befragung mit Fragebögen als auch eine strukturierte persönliche Befragung möglich. Welche der beiden Formen ausgewählt wird, ist aus unserer Sicht abhängig von der Anzahl der Einweiser. Wird ein Großteil der Patienten von einigen wenigen Niedergelassenen eingewiesen, empfiehlt es sich, persönliche Befragungen durchzuführen und diese zu dokumentieren. Nach Möglichkeit sollte der Leiter des Zentrums oder der Koordinator die Einweiser befragen, um den stetigen Kontakt mit Einweisern zu pflegen. Werden Patienten von vielen unterschiedlichen Ärzten eingewiesen, sind schriftliche Befragungen unkomplizierter. Hierzu kann an jedem Arztbrief ein Fragebogen angeheftet oder die Fragbögen mit Anschreiben per Post versendet werden.

Patientenbefragungen sind generell schriftlich durchzuführen. Der Fragebogen ist unbedingt an die Erfordernisse der EndoProthetik anzupassen. Neben den allgemeinen Fragen (z. B. Freundlichkeit, Sauberkeit, Erreichbarkeit) sollte auch die Zufriedenheit mit spezifischen Anforderungen aus dem EndoCert-Erhebungsbogen geprüft werden (Wartezeit auf Sprechstundentermin, Umgang mit Explantaten, Angebot Sozialdienst etc.)

Die Ergebnisse der Befragungen müssen zur Zertifizierung noch nicht vorliegen. Das Verfahren zur Auswertung und Vorstellung der Ergebnisse ist aber strukturiert darzustellen.


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