QM in der ambulanten Reha – Frist für den Nachweis verlängert

Unter „Betroffenen“ ist es ein Smalltalkthema mit vielen Facetten gewesen, ob und wann die Frist für den Nachweis eines Qualitätsmanagements verlängert wird. Nach den Erfahrungen bei der Zertifizierungspflicht für stationäre Rehabilitationseinrichtungen gingen die Vermutungen in abendlichen Fachkreisen weniger in Richtung „ob“ als in Richtung „wann“ die Mitteilung über die Verlängerung auf den Tisch kommen werde. Denn die Regelung zum Nachweis des Qualitätsmanagements ist in den betroffenen Einrichtungen bisher noch wenig bekannt.Zur Erinnerung: Bis zum Oktober 2012 hatten u. a. Rehabilitationskliniken ein zertifiziertes Qualitätsmanagement nachzuweisen. Ansonsten sollte eine Belegung durch die Träger der Sozialversicherung nicht möglich sein. Zuständig war hier für den stationären Bereich die BAR, die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation Hier wurde die Frist für den Nachweis recht kurzfristig um einige Monate verlängert. Die Frist ist praktisch im Juni 2013 abgelaufen. Eine ähnliche Regelung wurde dann für Bereiche getroffen, die vorwiegend durch die GKV belegt werden. Wir hatten im Februar in diesem Blog davon berichtet.

Vorab: Die neue Frist für den Nachweis eines Qualitätsmanagements in ambulanten Rehabilitationseinrichtungen ist der 6. Juli 2014. Diesen Termin sollte man im Blick behalten. Betroffen sind übrigens auch stationäre Vorsorgeeinrichtungen. Ursprünglich war der 6. Januar 2014 als Termin vorgesehen.

Aus der Fristverlängerung ziehe ich einige Schlüsse:

(1) Offenbar meinen die im Gemeinsamen Ausschuss nach § 137d SGB V zusammenarbeitenden Vertreter von Leistungsträgern und Leistungserbringern es tatsächlich ernst mit der Umsetzung der Forderung.

(2) Offensichtlich hat man im Gemeinsamen Ausschuss auch erkannt, dass die Regelung den betroffenen Einrichtungen noch nicht bekannt ist. Die Information war bereits bei der Umsetzung der Vorgaben der BAR in Rehakliniken ein kritischer Punkt. Viele gerade kleinere Einrichtungen sahen sich quasi in letzter Minute mit den Anforderungen konfrontiert. Die Diskussion in welchem Grade die Information eine Hol- oder Bringpflicht ist, muss an dieser Stelle nicht geführt werden. Angekommen ist die Information jedoch bei vielen Einrichtungen erst spät. Mit diesen Erfahrungen im Hintergrund besteht für den ambulanten Bereich jetzt wieder Gelegenheit die Information der Einrichtungen zu intensivieren.

(3) Nun haben wir „die“ Verlängerung. Auf genau eine Fristverlängerung hätte ich auch gewettet – wenn auch zu einem viel späteren Zeitpunkt. Im Moment rechne ich mit keiner weiteren (auf diese Wette würde ich mich allerdings nicht einlassen wollen – das Thema bietet wieder Diskussionsstoff für etliche Kongressabende). Zunächst einmal besteht jedoch Planungssicherheit. Es gilt der 6. Juli 2014.

(4) Die Verlängerung bietet Einrichtungen die Möglichkeit, jetzt noch mit dem Aufbau eines effizienten Qualitätsmanagements zu beginnen. Effizient ist es dann, wenn die aufgewendeten Ressourcen und Mühen sich in Verbesserungen der Abläufe und Ergebnisse der Einrichtung niederschlagen. Das teuerste Qualitätsmanagement ist eines, das nur für das Papier produziert wird.

Mein Rat an betroffene Einrichtungen: Jetzt in relativer Ruhe mit dem Aufbau eines zielführenden Qualitätsmanagements beginnen. Sinnvoll umgesetzt, ist es z. B. mit QReha auch zertifizierungsfähig. Dann ebenfalls in relativer Ruhe die Zertifizierung umsetzen. Bis zum 6. Juli 2014 sind in der Einrichtung dann echte Verbesserungen in Abläufen und Ergebnissen zu erwarten. Die Anforderungen des Gemeinsamen Ausschusses sind damit nachgewiesen, Überraschungen kann es keine geben.

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