Nach QS-Reha ist vor QS-Reha – dazwischen steht aber (vielleicht) die Visitation

Wen es sicher trifft, wen vielleicht und wie Sie sich auf Visitation und Qualitätsdialog vorbereiten können.

Für viele Rehabilitationskliniken war es ein Kraftakt. Besonders die Erhebung der Rehabilitandenzufriedenheit wurde vielerorts als eine große Herausforderung empfunden. Hierzu waren mindestens hundert konsekutive Rehabilitanden sechs Wochen nach ihrer Entlassung zum Ausfüllen eines Fragebogens zu bewegen. Von dieser Anforderung ausgenommen sind in der jetzigen Runde von QS-Reha noch geriatrische Einrichtungen. Inzwischen kehrt zumindest in dieser Beziehung in den meisten Häusern wieder Ruhe ein. Nach dem unüberhörbaren Aufatmen ist nun an einigen Orten wieder ein leichtes Stöhnen zu vernehmen. Seitens des durchführenden Instituts des QS-Reha-Verfahrens steht eine stichprobenweise Kontrolle vornehmlich der gemeldeten Strukturdaten an. Wer muss voraussichtlich mit einem Besuch der Visitoren rechnen?

Auf dem Rehabilitationswissenschaftliche Kolloquium in Mainz gab es einige Informationen zum weiteren Vorgehen. In einer „ersten Runde“ erhalten fünf Prozent aller am QS-Reha Verfahren beteiligten Einrichtungen Besuch. Von der vorgesehenen „zweiten Runde“ sind besonders kleinere Einrichtungen betroffen und solche, die nur einen geringen Rücklauf der Fragebögen in der Zufriedenheitsbefragung erzielen konnten. Von denjenigen Einrichtungen, die weniger als 75 ausgefüllte Fragebögen meldeten, werden fast ein Drittel – 30 Prozent – von den Visitoren genauer unter die Lupe genommen.

Das Vorgehen bei den Visitationen wird als recht stringent berichtet. Etwa zwei Wochen vor der Visitation wird der Termin angekündigt – der Tag steht fest und wird nicht diskutiert. Das kann Einrichtungen bei Urlaub oder Krankheit durchaus vor Herausforderungen stellen. Während des Besuchs ist eine morgens bekanntgegebene Rehabilitandenakte im Laufe des Tages durch Mitarbeiter der Klinik zu anonymisieren. Nachmittags wird sie bewertet. Für diesen Prozess sollte die notwendige Personalkapazität eingeplant werden. Eine Visitation erstreckt sich von 9 bis 17 Uhr und damit über einen ganzen Tag. Soweit die Überprüfung der gemeldeten Daten im Rahmen der Visitationen.

Erste Erfahrungen des durchführenden Instituts zeigen, dass in der Regel nur geringe Abweichungen der gemeldeten Strukturqualität von der im Rahmen der Visitation beobachtbaren bestehen. Einzelne Ausreißer werden berichtet, wobei sich hier die Einrichtungen mit Abweichungen nach unten und oben die Waage halten. So haben einige Einrichtungen auch durchaus Potenzial verschenkt und vorhandene Strukturmerkmale nicht gemeldet.

Einrichtungen, die in ihrer gemeldeten Qualität wesentlich unter dem Durchschnitt liegen, erhalten einen Qualitätsdialog mit ihrem Hauptbeleger. Die Auswahlkriterien sind in Kapitel sechs des Methodenhandbuchs zu QS-Reha nachzulesen. Interessant sind die ersten vorläufigen Zahlen: Von den Anfang März ausgewerteten 378 Kliniken erhalten voraussichtlich sechs einen Qualitätsdialog. Das sind gerade einmal 1,6 Prozent. Hier wird von den Einrichtungen eine Stellungnahme zu den Abweichungen gefordert. Anschließend ist meist ein Maßnahmenplan zu vereinbaren. Angesichts der geringen Zahl der betroffenen Häuser empfehlen wir nachdrücklich eine fundierte Vorbereitung der dann fälligen Stellungnahme.

Nach QS-Reha ist vor QS-Reha. Ab 2014 geht es in eine neue Runde. Dann haben auch die geriatrischen Rehaeinrichtungen Daten zur Rehabilitandenzufriedenheit zu liefern. Sollte eine ähnliche Methodik wie bisher verwendet werden, stehen hier größere Herausforderung ins Haus. Neu in die Erhebung kommen dann die ambulanten Einrichtungen sowie Mutter/Vater-Kind Einrichtungen. Einige Lehren aus der ersten Runde sind, den Ressourcenaufwand für die zusätzlichen Datenerhebungen – insbesondere Arztbogen – nicht zu unterschätzen. Eine gut durchdachte Planung bei der Durchführung verhilft zu einer zeit-, nerven- und kraftschonenden Umsetzung. Außerdem sollte der Strukturbogen sorgfältig bearbeitet werden, um sicherzustellen, dass vorhandene Stärken auch umfassend dargestellt werden. Nur in sehr kleinen Einrichtungen mag das im Alleingang der Klinikleitung funktionieren. Die sicher lästigen Visitationen bieten bei entsprechender Vorbereitung auch die Chance, positive Aspekte der Einrichtung hervorzuheben. In besonderem Maße gilt das im Falle eines durchzuführenden Qualitätsdialogs. Das Vorgehen sollte hier gründlich durchdacht werden und in den Zusammenhang mit einer Entwicklungsstrategie der bemängelten Bereiche gestellt werden.

 

Sie möchten mehr zum Thema Qualitätsmanagement in Rehakliniken lernen? Dann nutzen Sie unsere Kurse auf klinikcampus.de»

Zurück

« April 2013»
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30          

RSS-Feeds

Beiträge:
      RSS 0.91 RSS 2.0