Die Managementbewertung Teil II - Empfehlungen zur Umsetzung

Worauf habe ich bei der Durchführung der Managementbewertung zu achten?

Um die Managementbewertung möglichst effizient und wirkungsvoll zu gestalten, ist Vorbereitung alles. Zur Vorbereitung gehören folgende Schritte:

a) Erstellung einer Protokollvorlage, die künftig auch für alle folgenden Managementbewertungen genutzt wird.

b) Zusammentragen der Ergebnisse für alle Eingaben und direkte Dokumentation in der Protokollvorlage. Dies ist der aufwendigste Teil, denn hier müssen alle Ergebnisse, Kennzahlen, Ergebnisstatistiken etc. zusammengetragen und so aufbereitet werden, dass die Leitung zum Einen die Kernergebnisse schnell erfassen kann, zum anderen auch die Entwicklung der Kenngrößen deutlich wird (z.B. im Jahresverlauf oder im Vergleich zu Vorjahren etc.). Denn oftmals sieht die Leitung diese Daten ja nicht zum ersten Mal im Jahr (z.B. eine Infektionsstatistik), aber eventuell zum ersten Mal die Jahresentwicklung (also den Berichtszeitraum der Managementbewertung), um adäquate Maßnahmen beschließen zu können.

c) Einladung aller wesentlichen Teilnehmer der Managementbewertung. Hierzu gehören neben den  Mitgliedern der Krankenhausbetriebsleitung der Qualitätsmanagementbeauftragten bzw. der Beauftragte der obersten Leitung. Ist z.B. eine Rehabilitationseinrichtung in einem Klinikum integriert, sollte neben der Krankenhausbetriebsleitung auch das Leitungsteam der Rehaeinrichtung an der Managementbewertung teilnehmen (z.B. Chefarzt und Pflegedienstleitung). Zur Einladung sollten die Teilnehmer bereits das vorbereitete Protokoll zugesandt bekommen, um sich bereits einen Überblick zu verschaffen.

Für die Managementbewertung ist ausreichend Zeit einzuplanen, sie kann zwischen 2 Stunden und einem ganzen Tag dauern, je nachdem wie viele Qualitätsziele, Eingabeinformationen, Teilbereiche etc. die zu bewertende Einrichtung hat. Es empfiehlt sich, die Inhalte der Bewertung und vor allem die beschlossenen Maßnahmen direkt vor Ort mit den Beteiligten zu protokollieren, um ein einheitliches Verständnis sicherzustellen. Wir empfehlen eine stringente Moderation der Managementbewertung durch eine andere Person als die Beteiligten Führungskräfte, um einen ausreichenden Abstand zu den zu bewertenden Themen sicherzustellen. Gerade bei der ersten Durchführung empfiehlt sich hier auch eine externe Unterstützung, damit die Managementbewertung zu ihrem zeitlich und inhaltlich geplanten Ergebnis kommt.

Ein wichtiger Bestandteil der Bewertung ist neben der Beurteilung der ergriffenen Maßnahmen, der Festlegung neuer Ziele und Maßnahmen insbesondere die Bewertung des Managementsystems („nomen est omen“). Das heißt, die oberste Leitung, das Managementteam hat nach Kenntnis aller erreichten Ziele und umgesetzten Maßnahmen zu beurteilen, ob das Managementsystem wirksam ist. Konkret blickt auch hier die Führung in den Rückspiegel, durch den das Managementsystem hinsichtlich Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit beurteilt wird. Gleichzeitig geht der Blick auf den Weg, der vor der Einrichtung liegt, um Möglichkeiten für Verbesserungen und Änderungsbedarf für das Qualitätsmanagementsystem, seiner Qualitätspolitik und der abgeleiteten Ziele zu bewerten.

Gegenüber anderen QM-Check-Instrumenten bzw. Berichtswesen etc. hat die Managementbewertung verschiedene Vorteile:

  • zwingende Verantwortung und aktive Einbindung der Leitung
  • zusammenhängende Betrachtung  von Zielen, deren Kommunikation und Erreichungsgrad
  • Cockpit-Sicht auf die wichtigsten Ergebnisse über den Verlauf eines Jahres und im Vergleich zum Vorjahresergebnis sowie Vor- und Rückblick in Bezug auf die Ziele
  • überblickende Bewertung des Zusammenspiels von Organisationsstrukturen, Prozessen und Ergebnissen
  • relativ geringer Aufwand der Einführung im Vergleich zu anderen Check-Instrumenten

Zusammenfassend ist die Managementbewertung also ein weiterer wichtiger Baustein im Methodenkompendium des Qualitätsmanagement. Sie lässt sich für alle Organisationen verwenden unabhängig vom Zertifizierungsverfahren. Für Rehabilitationseinrichtungen ist sie verpflichtend. Andere Krankenhäuser haben hiermit die Möglichkeit, die Führungsebene systematisch und hochstrukturiert in das Qualitätsmanagement einzubinden. Gleichzeitig erhält die Führungsebene den Überblick über alle QM-Aktivitäten. Viele Klinikleitungen und Geschäftsführungen, mit denen wir zusammenarbeiten, bestätigen uns, dass sie ein solches Instrument wünschen. Alles in allem ist die Managementbewertung kein schwierig einzuführendes System, dem man mit Sorge begegnen muss. Die Herausforderung, aber gleichzeitig auch die Chance der Bewertung liegt unserer Erfahrung nach in der kontinuierlichen Verfolgung beschlossener Maßnahmen. Einrichtungen, denen dies gelingt, wollen die Zielgerichtetheit und Effektivität der Managementbewertung nicht mehr missen.

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