Wie viel ISO steckt in QReha?

QReha hat als von der BAR akkreditiertes Zertifizierungsverfahren eine breitere Akzeptanz in der Rehalandschaft gefunden. Der Grund dafür liegt hauptsächlich in den relativ schlanken Formalien und der engen Verwandtschaft zur DIN ISO.

Grundsätzlich wendet sich das QReha-Verfahren an diejenigen Rehabilitationseinrichtungen, die eine Affinität zur DIN ISO besitzen. Sein Anspruch ist, im Wesentlichen eine Übersetzung der DIN ISO auf die Rehalandschaft darzustellen. So orientiert sich die Gliederung des QReha-Anforderungskatalogs streng nach der Gliederung der DIN ISO. Auf Ebene der Abschnitte ist die ISO wortgetreu übernommen, für die einzelnen Anforderungspunkte findet sich jeweils ein Verweis auf die relevante ISO-Norm.

Auch der Ablauf des Zertifizierungsaudits ist mit der DIN ISO vergleichbar. Dreh- und Angelpunkt des Audits ist das Organisationshandbuch der Rehaeinrichtung. Das Ergebnis der Vor-Ort-Prüfung wird in einem Auditbericht festgehalten, der allerdings aus Kostengründen weniger ausführlich als ein ISO-Auditbericht ist. Die für QReha ausgebildeten Auditoren sind allesamt auch als ISO-Auditoren tätig, so dass eine ISO-orientierte Vorgehensweise beim Audit sichergestellt ist.

Inhaltlich ist bei einem Vergleich mit der DIN ISO zwischen den beiden Verfahrensvarianten QReha und QReha plus zu unterscheiden. QReha plus beinhaltet eine vollständige ISO-Zertifizierung und führt bei erfolgreichem Audit zu zwei Zertifikaten: QReha plus und DIN ISO. Dementsprechend sind bei einer Zertifizierung nach QReha plus ausnahmslos alle Anforderungen der DIN ISO zu beachten. Diese sind im Wesentlichen im QReha-Anforderungskatalog abgebildet. Dennoch ist es durchaus empfehlenswert, auch die DIN-ISO-Norm zu betrachten, um Hinweise für die Detailausgestaltung der QReha-plus-Anforderungen zu erhalten.

Aber auch das „einfachere“ Verfahren QReha hat zahlreiche Kernelemente der DIN ISO in sich aufgenommen. Hierzu gehören der zwingende Aufbau eines Organisationshandbuchs, die Entwicklung eines Prozessmanagementsystems sowie die jährliche Durchführung von internen Audits und Managementbewertungen (Management Reviews). In punkto Dokumentenlenkung und Lenkung von Aufzeichnungen fordert QReha zwar auch eine klare Regelung zu Handhabung und Verteilung von Dokumenten (QReha-Anforderungspunkt 4f). Jedoch sind die Vorschriften und Grenzen nicht so eng gesetzt wie bei der DIN ISO. Ganz eng an der DIN ISO orientiert sich hingegen das von QReha geforderte Fehlermanagement. Last but not least ist auch der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP), der der DIN ISO innewohnt, 1:1 in das QReha-Verfahren übertragen worden. Zwar steht der Anforderungspunkt ganz am Ende des QReha-Katalogs, er ist aber sehr mächtig formuliert: „(8q) Aus den internen Audits, dem Beschwerdemanagement, der internen Ergebnismessung und der Teilnahme an den externen Qualitätssicherungsverfahren leitet die Organisation Verbesserungsmaßnahmen ab und setzt diese um.“ Hier ist die Forderung  nach einem KVP in Reinform postuliert – getreu dem Motto „Miss nicht nur, verbessere auch!“

Ich bin gespannt, welchen weiteren Weg die Rehakliniken einschlagen werden. Werden diejenigen, die sich eine Zertifizierung nach QReha (ohne plus) entschieden haben, bei dieser Form der ISO bleiben oder werden sie bei der Rezertifizierung eine vollständige ISO-Zertifizierung angehen?

Sie möchten mehr zum Thema Qualitätsmanagement in Rehakliniken lernen? Dann nutzen Sie unsere Kurse auf klinikcampus.de»

Autor: Rüdiger Herbold
 – 10:34 Uhr

Zurück

« Oktober 2011»
Mo Di Mi Do Fr Sa So
          1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31            

RSS-Feeds

Beiträge:
      RSS 0.91 RSS 2.0