Qualitätsmanagement und Führung - Teil 2

Do-Schritt: Dieser Schritt im Management-Zyklus nach Deming meint die Routine, das „Tagesgeschäft“ bei dem auch die Vorgaben aus dem Plan-Schritt umgesetzt werden. Hier schlägt für mich als Führungskraft die Stunde der Beteiligung der Mitarbeiter bei dem Herstellen einer wahrnehmbaren Qualität! Denn letztlich ist es die Identifikation, Motivation und Professionalität der Mitarbeiter im Kontakt z.B. zu den Patienten und Angehörigen, die für diese Menschen die Qualität der (Dienst)Leistungen einer Klinik, einer Abteilung oder einer Station erlebbar macht. Ich als Führungskraft befinde mich jetzt allerdings in einem Spannungsfeld: Wie viel Anteil meiner Arbeitszeit darf ich noch in der Routine/ im Tagesgeschäft verbringen und wie viel Zeit erlaube ich mir für meine Führungsaufgaben? Für eine Stationsleitung stellt sich z.B. die Frage, ob sie sich vollständig im Dienstplan abgebildet in die Basispflege einteilt, oder sich schwerpunktmäßig ihren Leitungsaufgaben widmet? Als Chefarzt der Chirurgie darf ich entscheiden, ob ich als bester Operateur meiner Abteilung den Hauptanteil meiner Arbeitszeit im OP-Saal oder mit dem Management meiner Abteilung verbringe. 

Klar ist, dass eine Führungskraft im Krankenhaus sich niemals zu 100% aus dem DO, aus der Routine, wird entfernen können. Wie löse ich dieses Spannungsfeld aber für mich besser auf, um mehr Zeit für meine Führungsaufgaben zu erhalten?  

Die Antwort auf diese Frage lautet: Delegation! Ich werde mich als Führungskraft nämlich fragen, welche Aufgaben kann ich auf Mitarbeiter übertragen (By the way: Vielleicht sind ja auch einige meiner Aufgaben gar nicht mehr erforderlich und können ganz wegfallen??)? Und jetzt zeigt sich, wer im Plan-Schritt seine Hausaufgaben gemacht hat… Übertragen kann ich Aufgaben nur, wenn ich für klare Verantwortlichkeiten und Befugnisse gesorgt und Mitarbeiter zu eigenständigem Handeln in einem von mir gesteckten Rahmen entwickelt habe. Denn (rechts)sichere Delegation bedeutet immer einen Drei-Schritt: Auswahl des geeigneten Mitarbeiters, ausreichende Unterweisung/ Anleitung sowie regelhafte Kontrolle! 

Der Nutzen, den QM mir als Führungskraft bietet, ist, dass ich Vorgehensweisen, die ich auf Mitarbeiter (dauerhaft) delegiere, durch schriftliche Vorgaben verbindlich und transparent übertragbar in die Routine mache! Die psychologische Hemmschwelle, die der DO-Schritt für mich als Führungskraft allerdings auch birgt, ist: Ich muss abgeben können!

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