KTQ-Verbundzertifizierung

Seit 2010 besteht für Krankenhausverbünde die Möglichkeit, im Rahmen einer KTQ-Zertifizierung Synergien zu nutzen. Die KTQ-GmbH hat hierzu ein neues Verfahren eingeführt, das zunächst im Rahmen einer einjährigen Pilotphase bis Ende 2010 getestet wird: die Verbundzertifizierung.

Bei diesem Verfahren werden mehrere Bereiche oder Standorte eines Verbundes gemeinsam zertifiziert. Voraussetzungen hierfür sind, dass die zu zertifizierenden Bereiche derselben Versorgungsform und derselben Trägerschaft angehören sowie gemeinsame Führungs- und Qualitätsmanagementstrukturen aufweisen. Die Verbundzertifizierung muss grundsätzlich mit einer Zertifizierungsstelle abschließend durchgeführt werden. Auch das Visitorenteam und der Visitationsbegleiter dürfen innerhalb einer Verbundzertifizierung nicht wechseln.

Im Rahmen der Verbundzertifizierung wird zwischen zwei Möglichkeiten unterschieden:

1.    „Option A“: Bei dieser Alternative werden die zu zertifizierenden Bereiche/ Standorte unabhängig voneinander zertifiziert, d. h. es finden in jedem Standort unabhängige Visitationen statt. Demzufolge ist es möglich, dass zum Beispiel ein Bereich/ Standort aufgrund mangelnder Umsetzung der KTQ-Anforderungen kein Zertifikat erhält, andere Bereiche hingegen zertifiziert werden.
Eine Besonderheit bei der Erstellung des Selbstbewertungsberichts ist, dass die Kategorie 1 „Patientenorientierung“ von jedem Bereich/ Standort separat zu beantworten ist und die Kategorien 2 bis 6 gemeinsam beschrieben werden. Im Rahmen der Option A muss weiterhin ein eigener Qualitätsbericht für jeden Bereich/ Standort angefertigt werden.

2.    „Option B“: Bei Option B können die Verbundbereiche nicht einzeln zertifiziert werden, sondern nur gemeinsam den Zertifizierungsstatus erlangen. Das gleiche Visitorenteam besucht jeden Standort, kollegiale Dialoge werden mit Mitarbeitern aller Standorte an verschiedenen Orten durchgeführt. Wenn also ein Bereich nicht den Anforderungen entspricht, wirkt sich dies auch negativ auf die übrigen Bereiche aus. Um dem Gedanken der gemeinsamen Zertifizierung gerecht zu werden, ist bei dieser Option nur ein Selbstbewertungsbericht erforderlich, in dem bereichsspezifische Besonderheiten herauszustellen sind. Selbiges gilt für den Qualitätsbericht.

Eine Herausforderung bei Option B stellt der Selbstbewertungsbericht dar. In Kategorie 1 gilt es, wesentliche Unterschiede zwischen den Teilbereichen darzustellen (z. B. unterschiedliche Fachabteilungen, fachspezifische Behandlungsleitlinien, die jeweiligen therapeutischen Angebote und Prozesse etc.) und gleichsam nicht zu viele Zeichen zu verwenden. Denn der Selbstbewertungsbericht darf auch bei der Verbundzertifizierung die Höchstgrenze von 400.000 Zeichen nicht überschreiten. Bei der Beschreibung der Kategorien 2 bis 6 ist hingegen eine glaubhafte Darstellung gemeinsam geteilter Strukturen und Verfahren gefordert.

Um dem Kollektivgedanken gerecht zu werden und auch nach außen hin als eine Einheit aufzutreten, empfehlen wir die Option B, da bei dieser Variante alle Teilbereiche des Verbundes mitwirken und die Anforderungen erfüllen müssen. Nur gemeinsam können die Teilbereiche den Verbundzertifizierungsstatus erlangen.

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