1         Einweiserbesuche – typische Fehler

Das Instrument „Einweiserbesuch“ wird häufig nach dem Muster „Wir fahren mal zum niedergelassenen Arzt und sehen, was er uns zu sagen hat!“ angegangen. Dieses Vorgehen ist fatal, weil es das von der Klinik gewünschte Signal – einen besseren Service für die Zuweiser – in der Regel verfehlt. Stattdessen gehen von der Klinikleitung bestimmte Mitarbeiter, ohne Erfahrung und ohne entsprechende Vorbereitung zu niedergelassenen Ärzten, von denen sie in der Regel nicht mehr wissen, als wo deren Praxis liegt und vielleicht noch, wie sich die Einweisungszahlen des Arztes in der letzten Zeit entwickelt haben. Die Klinik erwartet vom Niedergelassenen, dass dieser im Gespräch „liefert“ – nämlich Informationen, was das Krankenhaus besser machen könnte. Man geht also in die Gespräche mit einer Anspruchshaltung, ohne, dass man sich darüber Gedanken gemacht hat, was man selbst dem Zuweiser als Gegenleistung für seine Informationen anbieten könnte. Oft werden solche Gespräche von niedergelassenen Ärzten als unangenehmes Ausfragen durch die Chefärzte bzw. Klinikmitarbeiter empfunden.

Anlässe für die Implementierung von Einweiserbesuchen sind nicht selten stagnie

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Die Primäre Pflege als innovatives patientenorientiertes Pflegesystem

Das Borromäus Hospital in Leer hat sich konsequent für die Einführung der Primären Pflege als Pflegesystem entschieden. Bei der Primären Pflege (engl. Primary nursing) steht die ganzheitliche Betreuung der Patienten aus pflegerischer Sicht im Mittelpunkt. Jeder Patientin und jedem Patienten wird kurz nach der Aufnahme eine Primäre Pflegekraft zugeordnet, die für die Pflegeplanung und die Durchführung der Maßnahmen verantwortlich ist. Nach Möglichkeit behält die Patientin oder der Patient die verantwortliche Primäre Pflegekraft für die gesamte Dauer des Aufenthaltes. In Schichten, in denen die Primäre Pflegekraft nicht im Dienst ist, übernimmt eine Kollegin oder ein Kollege stellvertretend diese Aufgabe. Änderungen der Pflegeplanung erfolgen jedoch nur durch oder im Einvernehmen mit der Bezugspflegekraft.

Aus Patientensicht hat dieses patientenorientierte Pflegesystem, das erstmals in den 60er Jahren von Marie Manthey entwickelt wurde [1], den entscheidenden Vorteil, dass die Patientin bzw. der Patient für die gesamte Dauer des Aufenthaltes eine feste pflegerische Bezugsperson behält. Aus pflegerischer Sicht liegt der Vorteil darin, dass die Primäre Pflegekraft sehr eigenverantwortlich arbeiten kann und den gesamten Verlauf der Behandlung im Blick hat. Im Gegensatz zur Funktions- und Bereichspflege reicht die Verantwortung der einzelnen Primären Pflegekraft weit über die aktuelle Schicht hinaus. Da die Patientin oder der Patient nach Möglichkeit die Primäre Pflegekraft für die gesamte Dauer des Aufenthaltes behält, muss dies bei der Dienstplanschreibung bzw. bei der Zuordnung der Patienten zu den Pflegekräften berücksichtigt werden.

Konsequente Umsetzung der Primäre

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Die Umstellung erforderte Flexibilität und Entgegenkommen von beiden Berufsgruppen

Für die Ärztinnen und Ärzte war die größte Umstellung auf das neue System die Tatsache, dass ihre Patientinnen und Patienten jetzt nicht mehr in drei oder vier benachbarten Zimmern liegen, sondern verteilt über die Station. Die Zuordnung der Patientinnen und Patienten zu einem Team erfolgt durch die pflegerische Stationsleitung orientiert am Pflegeaufwand der Patienten, um eine möglichst gerechte Aufteilung der pflegebedürftigen Patienten auf die Teams zu erreichen. Dies bedeutete für den ärztlichen Dienst eine gewisse Umstellung, die allerdings schnell akzeptiert wurde. Auch die oberärztliche Verantwortlichkeit orientiert sich zukünftig nicht an den Zimmern, sondern an den einzelnen Teams, so dass ein Oberarzt oder eine Oberärztin jeweils für die Supervision von einem oder zwei Teams verantwortlich ist.

Für die Pflege war

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Und warum eine funktionierende Triage zu unzufriedenen Patienten und Mitarbeitern führen kann

Zentrale Notfallambulanzen (ZNA) in deutschen Krankenhäusern haben derzeit eine eher schlechte Presse: Der Betrieb ist chronisch unterfinanziert, die Patienten überfluten die Notfallambulanzen mit immer mehr „Bagatell-Leiden“, Fehldiagnosen und -behandlungen machen spektakuläre Schlagzeilen und füllen die Meinungsforen für Patienten und Angehörige im Internet. Die Mitarbeitenden in den Notfallambulanzen geben jeden Tag ihr Bestes, um der Lage Herr zu werden, doch die durchschnittlichen Wartezeiten steigen für den Großteil der Patienten stetig an und als Folge davon gibt es immer mehr Patienten und Angehörige, die zunächst sehr schnell unzufrieden sind, dann oft wütend und manchmal sogar auch noch aggressiv werden.

Nicht zuletzt steigt

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Häufig als „bedeutendste Reform für den stationären Sektor seit Einführung der DRG“ bezeichnet, bringt das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) eine Vielzahl von Neuerungen für die Krankenhäuser mit sich. Dies spiegelt sich zum einen in den zahlreichen Gesetzen wider, auf die das KHSG Einfluss nimmt, wie beispielsweise SGB V, KHG und KHEntgG. Zum anderen untermauern die Mehrausgaben für die Kostenträger in Höhe von 1,9 Mrd. €, mit denen das KHSG allein in diesem Jahr einhergeht, oben genannte These. Nicht zuletzt impliziert bereits der Titel „Gesetz zur Reform der Strukturen der Krankenversorgung“ tiefgreifende Änderungen in der Krankenhauslandschaft.

Doch was verbirgt sich eigentlich genau hinter dem Krankenhausstrukturgesetz? Und mit welchen Entwicklungen werden die Krankenhäuser hierzulande infolge dessen konfrontiert?

Grundsätzlich verfolgt das KHSG das Ziel, erwünschte Leistungen zu fördern, während medizinisch unbegründeten Leistungsausweitungen ein Riegel vorgeschoben werden soll. Das Krankenhausstrukturges

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