Nutzen von E-Learning im Krankenhaus

Laut Duden ist Wissen die „Gesamtheit der Kenntnisse, die jemand [auf einem bestimmten Gebiet] hat“. Im Krankenhaus ist das Wissen der Mitarbeiter vor allem eine der wichtigsten und zum Teil kritischsten Ressourcen. Demnach gilt es, viele Mitarbeiter (Durchdringungsgrad) durch geeignete Fort- und Weiterbildungsinstrumente (Qualität) auf dem aktuellen Stand zu halten und im Anschluss das vorhandene Wissen auch im Arbeitsalltag umzusetzen.

Was zunächst als einfaches Problem erscheint, bereitet vielen Krankenhäusern Schwierigkeiten. Die zeitlichen Ressourcen und personellen Kapazitäten auf Stationen und in Funktionsbereichen sind oftmals knapp. Bei Teilnahme an Fort- oder Weiterbildungskursen sind Mitarbeiter oft stundenlang gebunden und reißen entsprechend in ihrem Bereich in der Patientenversorgung Lücken. Aus diesem Grund nehmen Mitarbeiter Fortbildungsveranstaltungen oftmals von vorneherein überhaupt nicht in Anspruch. Vor allem im ärztlichen Bereich ist die Teilnahmequote an Fortbildungsprogrammen mitunter recht gering.

Um diesem Wissensrückgang zu begegnen, etablieren sich zunehmende Angebote für digitale Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten von Mitarbeitern. Aktuell entstehen Websites verschiedener Anbieter mit mehr oder minder breitem Angebot an E-Learning-, Blended-Learning- oder sonstigen Online-Kursen für Krankenhäuser. Dass dieser Trend nicht unbegründet ist, machen die Vorteile, die mit einem E-Learning-Angebot einhergehen, deutlich.

Ein Hauptaspekt ist sicherlich der flexible Einsatz der Schulungsangebote. Nicht nur der Ort (am Arbeitsplatz, unterwegs oder daheim) sondern auch die Zeit des Lernens (während der Arbeitszeit, am Abend, Wochenende) kann von den Mitarbeitern individuell gestaltet werden. Zudem wird die Individualität dadurch erhöht, dass die Mitarbeiter die Inhalte nach ihrem eigenen Lerntempo bspw. in Etappen durcharbeiten können. Gerade in einer immer mobileren Gesellschaft, die es gewohnt ist, jederzeit und überall vernetzt zu sein, ermöglicht E-Learning die kontinuierliche Zugänglichkeit zu einem eher trocken anmutenden Thema – den Fortbildungen. Hinzu kommt, dass mit Nutzung dieser Technologie zeitnah viele Mitarbeiter gleichzeitig geschult werden können und (nur) damit ein hoher Durchdringungsgrad - der wie oben beschrieben oftmals in Krankenhäusern vermisst wird - erreicht werden kann.

Daneben ist die Standardisierung von Wissen im Unternehmen, welche mit der Nutzung von E-Learning-Kursen einhergeht, von besonderer Relevanz. Sämtliche Mitarbeiter im Klinikum, welche eine Fortbildung anschauen, verfügen danach über denselben Kenntnisstand und können diesen entsprechend gemeinsam umsetzen. Sicherlich ist ein weiterer vorteilhafter Aspekt, dass E-Learning-Angebote ansprechend aufbereitet sind. Neben Präsentationsfolien und visuellen Elementen können auch Audio- oder Video-Elemente eingebaut werden. Durch diese Gestaltung wird die Fortbildung eher zu einem Erlebnis, das nebenher und leicht absolvierbar erscheint, als zu einem Pflichtvortrag, den man zur Not dösend übersteht.

Mit der Implementierung von E-Learning-Systemen werden allerdings auch Nachteile assoziiert. Als ersten Hinderungsgrund einer erfolgreichen Umsetzung werden die hohen Anschaffungskosten für E-Learning-Produkte angeführt. Vor allem die Kosten für die Implementierung und das Roll-Out werden als hoch angesehen. In diesem Zusammenhang wird oftmals nicht beachtet, dass mit dieser neuen Form der Fortbildung auch Kosteneinsparungen einhergehen. Zum einen können Kosten der Organisation, wie bspw. Raummieten, Trainerkosten, Reisekosten und Spesen etc., vermieden werden, zum anderen geht mit den Online-Angeboten ein höherer Effizienzgrad der Schulungen einher.

Auch die Angst, dass E-Learning die vorhandenen, lange etablierten und meist geschätzten krankenhausinternen Fortbildungsangebote mit Präsenz gänzlich ersetzen soll, ist im Allgemeinen unbegründet. Es gibt zwar viele Veranstaltungen, die gut über E-Learning Module abgedeckt werden können, allerdings werden auch weiterhin traditionelle Schulungen zu spezifischen Fragestellungen bestehen bleiben, die sinnvoll durch E-Learning ergänzbar sind.

Daneben könnte bei der Umsetzung das Vorhandensein eines Internet-Zugangs, welche für die Nutzung der meisten E-Learning-Angebote Voraussetzung ist, in der Krankenhauspraxis schwierig sein. Obwohl viele Ärzte und Pflegekräfte Zugang zu einem Computer haben, ist möglicherweise nicht überall ein Internetzugang eingerichtet. Dieser Tatbestand sollte grundlegend überdacht werden, da Mitarbeiter im Rahmen eines allgemeinen Wissensmanagements Zugang zu Leitlinien und Fachgesellschaften über das Internet erhalten sollten. Darüber hinaus erhalten Mitarbeiter vom Anbieter oftmals die Möglichkeit, auch von zu Hause oder über mobile Geräte auf die Schulungsdaten zuzugreifen.

Selbst das Problem des Teilnahmenachweises haben die meisten Portale mittlerweile gelöst und stellen den Mitarbeitern nach Abschluss des Fortbildungskurses ein Zertifikat aus. Damit können auch Personaler den Kursbesuch kontrollieren und in ihrer Fortbildungsmatrix vermerken.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Entscheider im Gesundheitswesen bei knapper werdenden Personalressourcen eine Lösung brauchen, um Wissen anhand von Schulungen gezielt in den Kernberufsgruppen vermitteln zu können. E-Learning-Angebote – insbesondere in Form von Lernvideos – sind dabei die einzige, aber auch eine attraktive Möglichkeit, um diese Herausforderung zu meistern. Gleichzeitig werten Sie die Arbeitgeberattraktivität eines Krankenhauses auf und geben Mitarbeitern im Idealfall die Chance, zwischen verschiedenen Fortbildungsinhalten zu wählen.

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