Neuerungen im KTQ-Berichtsverfahren – Worauf Kliniken vorbereitet sein müssen

Derzeit sind alle Zertifizierungsverfahren im Umbruch. Nun deuten sich auch konkrete Veränderungen im KTQ-Manual an. Wie auch im Gesetzlichen Qualitätsbericht und bei der DIN ISO 9001:2015 geht der Trend bei KTQ immer stärker in Richtung Risikomanagement. Darüber hinaus wird die Anzahl der Kriterien reduziert, für viele Häuser eine lang ersehnte Verschlankung des Verfahrens – zumindest ansatzweise. Hier die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Das neue Manual wird beim 15. KTQ-Forum am 16. & 17.10.2015 in Berlin vorgestellt.
  • Die neuen Änderungen sollen zum 30. November 2015 in Kraft treten.
  • Zu diesem Zeitpunkt bereits bestehende Verträge (KTQ-Katalog Krankenhaus Version 2009/2) sind nicht betroffen.
  • Die Übergangsfrist beträgt 18 Monate.
  • Der neue KTQ-Katalog enthält jetzt nur noch 55 anstatt 63 Kriterien. Der Dreijahreszyklus bleibt erhalten.
  • Jedes Kriterium beschreibt nicht mehr als 10 Themen, im Durchschnitt etwa 5 pro Kriterium.
  • Ab der zweiten Rezertifizierung genügt eine im Umfang reduzierte Form der Darstellung, da im ‚DO‘ ausschließlich die Bepunktung (ggf. mit kurzen Erläuterungen) angegeben werden muss.
  • Ab der zweiten Rezertifizierung müssen alle Kriterien mit mindestens 55% bewertet werden.
  • Der Titel der Kategorie 3 „Sicherheit“ wird zu „Sicherheit und Risikomanagement“.
  • Ein neues Kriterium wird „3.1.1 - Methoden des klinischen Risikomanagements“, das auf den Forderungen des GBA aus §5 der KQM-Richtlinie basiert.
  • Die Themen, die unter haftungsrechtlichen Aspekten besonders sicherheitsrelevant sind, sind im neuen Katalog mit einem Stern (*) gekennzeichnet.
  • Aus dem Titel der Kategorie 5 „Führung“ wird „Unternehmensführung“

Besonders für Kliniken  nahe an der neuen 55%-Grenze ergeben sich längerfristige Handlungsbedarfe. Jedoch stellen auch die neuen Anforderungen im Risikomanagement das ein oder andere Haus vor bisher nicht beachtete Hürden. Daher empfehlen wir, sich frühzeitig – spätestens nach der Veröffentlichung des neuen Katalogs – auf die Zertifizierung vorzubereiten. Folgende Schritte sollten hierbei in Betracht gezogen werden:

  1. KTQ-Kurzcheck: Analysieren Sie den Bericht der letzten Visitation genau. Bei welchen Kriterien liegen Sie in einem kritischen Bereich? Zeichnen sich Verbesserungspotenziale ab, die Ihnen in mehreren Kriterien des neuen Katalogs einen Vorteil verschaffen würden? Gibt es Bereiche, in denen Sie Qualität im Vergleich zur vorherigen Zertifizierung einbüßen mussten und sind diese Schwerpunkte im neuen KTQ-Katalog?
  2. Risiko-Checkup: Wie ist Ihr Risikomanagementsystem strukturiert? Welche Maßnahmen zur Risikoanalyse und -prävention nutzen Sie (z.B. CIRS, Risikoaudits, Risikokataloge und -bewertungen)? Sind die Unternehmerpflichten sachgemäß und rechtssicher delegiert?
  3. Maßnahmenplanung und -umsetzung: Stellen Sie auf Basis der Ergebnisse der beiden Kurzchecks eine Maßnahmenplanung für die Re-Zertifizierung auf. Entscheiden Sie auf dieser Basis, wann ein Umstieg auf den neuen KTQ-Katalog für Sie sinnvoll erscheint. Arbeiten Sie anschließend konsequent an der Maßnahmenumsetzung, um die 55%-Hürde in allen Kriterien locker überspringen zu können.

Wie so oft gilt: Je früher man sich vorbereitet, desto besser lässt sich ein Wechsel schultern – insbesondere, wenn dieser wie beim neuen KTQ-Verfahren einiges an formalem Aufwand erspart.

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Autor: Jan König
 – 19:32 Uhr

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