Wozu befragen? – Zum Zusammenhang zwischen Mitarbeiterzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit

„Befragungen sind ein wichtiges Mittel, um Bedürfnisse der Belegschaft zu identifizieren und die Zufriedenheit der Mitarbeiter einer Einrichtung langfristig zu steigern“ – diese Aussage könnte man so auch in einer unserer Werbebroschüren lesen. Nun sind die langfristige Steigerung der Zufriedenheit und die damit verbundene Bindung der Mitarbeiter an eine Organisation allein respektable Motive, um Mitarbeiterbefragungen durchzuführen. Doch sind sie auch von wirtschaftlicher Bedeutung für ein Unternehmen? Inwieweit wirkt sich die Bindung der Arbeitnehmer an ihre Einrichtung tatsächlich auf die Leistungsfähigkeit einer Organisation und die Qualität der erzielten Arbeitsergebnisse aus? Der von der Gallup Organization, eines der führenden Markt- und Meinungsforschungsinstitute, herausgegebene Engagement Index gibt Antworten auf diese Fragen. Der Index untersucht den Grad der emotionalen Bindung von Mitarbeitern an ihren Arbeitgeber sowie ihr Engagement und ihre Motivation bei der Arbeit. Er gilt damit als umfangreichste Studie zur Arbeitsplatzqualität in Deutschland. Laut des Engagement Index lohnen sich Investitionen in die Mitarbeiterzufriedenheit bzw. -bindung in vielseitiger Hinsicht und spiegeln sich im Erfolg einer Einrichtung wieder.

Der Index vergleicht Arbeitsgruppen mit hoher emotionaler Bindung mit Arbeitsgruppen mit niedriger emotionaler Bindung im Hinblick auf verschiedene Aspekte. Er belegt, dass die Fehlzeiten von Mitarbeitern mit hoher emotionaler Bindung deutlich unter denen von Mitarbeitern mit niedriger emotionaler Bindung liegen. Mitarbeiter mit hoher Bindung an ihre Einrichtung fehlen demnach ca. 5 Tage im Jahr weniger als ihre Kollegen. Außerdem kommt es bei geringerer emotionaler Bindung an eine Organisation zu mehr Arbeitsunfällen sowie Mängeln in der Qualität der geleisteten Arbeit. In Krankenhäusern sind dies entscheidende Faktoren, die die Stabilität von Prozessen und die Sicherheit der Patienten beeinflussen.

Je höher die emotionale Bindung desto geringer ist auch die Fluktuationsneigung der Mitarbeiter, d.h. die Absicht, kurz-, mittel- oder langfristig ein Unternehmen zu verlassen. Da die Bindung von Leistungsträgern und High Potentials in Krankenhäusern immer mehr zum Kernthema wird, ist dieser Aspekt für das Gesundheitswesen besonders relevant. Das Image einer Organisation kann von einer hohen emotionalen Bindung der Mitarbeiter ebenfalls profitieren. So empfehlen stark an ihre Einrichtung gebundene Mitarbeiter diese sowohl als Arbeitgeber als auch als Dienstleister eher weiter als Mitarbeiter ohne Bindung an die Einrichtung. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und der hohen Konkurrenz um qualifizierte Mitarbeiter wird dies zu einem wichtigen Kriterium in der strategischen Entwicklung einer Organisation. Natürlich ist die Weiterempfehlungsrate der Belegschaft auch für die Wahrnehmung eines Hauses durch Patienten ein wichtiger Faktor. Der Index zeigt auch, dass die Produktivität der Mitarbeiter mit hoher emotionaler Bindung im Vergleich zu ihren Kollegen mit niedriger Bindung deutlich höher ist. Im Zuge der tendenziell eher steigenden Fallzahlen bei sinkender Personaldecke kann die emotionale Bindung seiner Mitarbeiter zum zentralen Erfolgsfaktor eines Krankenhauses werden.

Doch wodurch wird der Grad der emotionalen Bindung beeinflusst? Der Gallup Engagement Index beschreibt, dass eine hohe emotionale Bindung beispielsweise durch die wahrgenommenen Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die Arbeitsatmosphäre oder die Identifikation mit der Strategie des Unternehmens erreicht wird. Inwieweit diese Bedürfnisse erfüllt werden kann durch eine Mitarbeiterbefragung optimal abgefragt werden.Eine Mitarbeiterbefragung identifiziert aber nicht nur Ansatzpunkte zur Erhöhung der emotionalen Bindung der Befragten, sondern dient auch als Instrument, um die Mitarbeiter aktiv in Veränderungsprozesse einzubinden und strategische Unternehmensziele zu kommunizieren. Sie wird insofern in vielerlei Hinsicht zum wichtigen Instrument in der strategischen Organisationsentwicklung und kann durch die aus ihr abgeleiteten Maßnahmen den Erfolg eines Unternehmens direkt und indirekt beeinflussen. 

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