Qualitätsmanagement in ambulanten Rehaeinrichtungen – Nachweispflicht bis 2014

Ein Jahr ist ein einprägsamer Termin für die Wiedervorlage. Zum 6. Januar 2014 haben Einrichtungen der ambulanten Rehabilitation (und Vorsorge) ein funktionstüchtiges Qualitätsmanagement-System nachzuweisen. Das ist bereits länger bekannt, doch das magische Datum für die Wiedervorlage war offensichtlich der  6. Januar 2013. Seitdem häufen sich bei uns die Anfragen, wie dieser Nachweis zu erbringen ist.

Eine häufig gestellte Frage: Besteht eine Pflicht zur Zertifizierung auch für ambulante Einrichtungen der Rehabilitation - oder ist das nicht der Fall?

Die Frage ist verständlich, denn die Situation ist unübersichtlich. Zunächst gibt es einen „Gemeinsamen Ausschuss nach § 137 d Abs. 1, 2, 4 SGB V“. Dieser hat einen 16-seitigen Katalog veröffentlicht, in dem verbindliche Vorgaben für das Qualitätsmanagement gemacht werden. Inhaltlich ist der Katalog fast identisch mit den Anforderungen der BAR, die stationäre Rehabilitationskliniken bereits jetzt zu erfüllen haben.

Die Vorgaben des Gemeinsamen Ausschusses sind bis zu dem genannten 6. Januar 2014 umzusetzen. Ein (Kurz-)Nachweis der Umsetzung ist an den federführenden Leistungsträger einzureichen. Zusätzlich ist ein (Lang-)Nachweis - in Form einer umfänglichen Checkliste zzgl. diverser Einzelnachweise -  in der Einrichtung zur „jederzeitigen Kontrolle“ durch den federführenden Leistungsträger vorzuhalten.

Die Erfahrung aus dem stationären Bereich zeigt, dass eventuelle Kontrollen durch den Leistungsträger wenn überhaupt nur kurzfristig angekündigt werden. Die Strategie, erst bei einer Kontrollankündigung ein Qualitätsmanagementsystem „zusammenzuschustern“ geht also nicht auf. Nebenbei bemerkt, die vom Gemeinsamen Ausschuss verlangten Anforderungen sind für Einrichtungen in der Rehabilitation durchaus zielführend und eine eingehende Beschäftigung damit lohnt sich auch unabhängig von allen Sanktionen.

Wie steht es nun um die Pflicht zur Zertifizierung des Qualitätsmanagement-Systems? Rein formal besteht diese nicht. Es ist der Einrichtung überlassen, wie sie nachweist, dass die Anforderungen des Gemeinsamen Ausschusses erfüllt werden. Aber: Eine Zertifizierung in einem anerkannten Qualitätsmanagementverfahren befreit von der weiteren Nachweispflicht und damit auch von Kontrollen durch den federführenden Beleger.

Der zusätzliche Aufwand bis zum Zertifikat ist zudem überschaubar: Bei Erfüllen der vorgeschriebenen Kriterien kommt nur noch der Aufwand für das Zertifizierungsaudit hinzu. Damit ist eine ambulante Einrichtung dann auf der sicheren Seite.

Halten wir fest: Die Zertifizierung ist nicht obligatorisch aber empfehlenswert. Ein Zertifikat bescheinigt objektiv die Erfüllung der Anforderungen. Damit erspart das Zertifikat kurzfristig angekündigte Kontrollen durch den federführenden Leistungsträger. Die ambulante Rehaeinrichtung bekommt somit terminliche und inhaltliche Sicherheit. Der zusätzliche Aufwand zum Zertifikatserwerb ist bei Erfüllung der ohnehin obligatorischen Anforderungen gering. Mit dem QReha-Verfahren liegt ein Zertifizierungssystem vor, welches besonders für ambulante Rehaeinrichtungen geeignet ist (www.qreha.de).

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